fbpx

Berlin: Greenpeace-Aktivisten klettern auf Dach der CDU-Zentrale


Deutschland CDU von Protestaktion überrumpelt

Am Ende durften die Greenpeace-Aktivisten auch noch auf die Haustoilette

| Lesedauer: 3 Minuten

Ein rund 3000 Quadratmeter großes schwarzes Stoffbanner aus Protest gegen das Kohleausstiegsgesetz Ein rund 3000 Quadratmeter großes schwarzes Stoffbanner aus Protest gegen das Kohleausstiegsgesetz

Ein rund 3000 Quadratmeter großes schwarzes Stoffbanner aus Protest gegen das Kohleausstiegsgesetz

Quelle: Getty Images

Greenpeace-Aktivisten sind auf das Dach der CDU-Parteizentrale geklettert, um gegen das Kohleausstiegsgesetz zu protestieren. Sie ließen ein großes Stoffbanner mit dem Porträt von Peter Altmaier herab. Das Adenauerhaus wurde von der Aktion überrumpelt.

Klimaprotest auf dem Dach der CDU-Parteizentrale: Um gegen das geplante Kohleausstiegsgesetz zu protestieren, haben 50 Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace das Gebäude der Partei in Berlin zeitweise verhüllt. Sie ließen vom Dach des Konrad-Adenauer-Hauses ein rund 3000 Quadratmeter großes schwarzes Stoffbanner herab.

Darauf zu sehen war ein Porträt des Wirtschaftsministers Peter Altmaier, dazu die Forderung: „CDU: Dunkle Geschäfte mit der Kohleindustrie! #KeinGeldFürGestern“.

„Minister Altmaier hat mit der Kohleindustrie eine milliardenteure und zu lange Betriebsdauer für ihre besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerke ausgehandelt“, sagt Karsten Smid, Klima- und Energieexperte von Greenpeace. Das geplante Gesetz berücksichtige einseitig Industrieinteressen.

Lesen Sie auch

„Beim Kohleausstieg wird die SPD ihre ökologische und gesellschaftliche Integrität beweisen müssen“, schreibt Gastautorin Luisa Neubauer

Die Umweltorganisation warf der Partei vor, Wissenschaftlern sowie der Kohlekommission nicht zuzuhören. Das geplante Kohleausstiegsgesetz der Bundesregierung sei eine „Farce“, kommentierte eine Greenpeace-Sprecherin. „Unser aller Geld soll verwendet werden, um für die Schäden aufzukommen, die die Kohleindustrie verursacht hat.“

Das Banner in Nahaufnahme

Das Banner in Nahaufnahme

Quelle: Getty Images

Die Polizei bestätigte einen entsprechenden Einsatz in Berlin, es blieb aber friedlich.

Das Adenauerhaus wurde von der Aktion überrumpelt. Die CDU-Zentrale ist anders als etwa manche diplomatische Vertretung in Berlin nicht ständig durch Polizei abgeschirmt. Sie verfügt lediglich über eine hausintern organisierte Wache. Als Greenpeace nach Darstellung des Adenauerhauses gegen 5.30 Uhr morgens mit ungefähr 30 Leuten und einem Kran an der Fassade anrückte, waren die wenigen Anwesenden nachvollziehbar überfordert.

Diensthabende ließen Greenpeace gewähren

Die Aktivisten aufzuhalten, sei laut einem Sprecher als zu gefährlich angesehen worden. Schließlich seien große Teile des Hauses aus Glas, es gibt auf dem Dach kaum Geländer. Die Diensthabenden ließen Greenpeace also gewähren und informierten die Polizei sowie die Feuerwehr. Als die eintrafen, waren die Umweltschützer längst auf dem Dach und hatten einen Draht gespannt, an dem sie später den schwarzen Stoff abließen.

Auch Polizei und Feuerwehr schritten zunächst nicht dagegen ein. Erst, als es zu regnen begann, wurde um einen Abbruch der Aktion gebeten. Dem sei Greenpeace auch nachgekommen. Die CDU gewährte auf Wunsch noch die Nutzung der Haustoilette. Ihr Equipment nahm Greenpeace aber nicht mit. Der Stoff wurde durch die Feuerwehr entfernt. Ob am Haus Schäden entstanden sind, wird derzeit noch geprüft. Die Rechnung für den Feuerwehreinsatz werden wie bei vergleichbaren Aktionen die Umweltschützer zahlen müssen.

Ein Sprecher der CDU sagte: „Die Höhenrettung der Berliner Polizei hat die Damen und Herren von Greenpeace angewiesen, aus Sicherheitsgründen das Glasdach der Bundesgeschäftsstelle der CDU zu räumen. Demonstrationen sind aus Sicht der CDU legitim. Aber Sicherheit geht vor.“

Deutschland soll bis 2038 schrittweise aus der klimaschädlichen Kohleverstromung aussteigen. Der Entwurf zum Kohleausstiegsgesetz sieht einen konkreten Fahrplan für das vorzeitige Abschalten von Kohlekraftwerken vor. Zentrale Gesetze zum Kohleausstieg sollen am Freitag von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden und damit noch vor der parlamentarischen Sommerpause.



Source link

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *