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Debatten über Rassismus, Klima, Virus ohne Zwischentöne


Warum werden alle Debatten, ob über den Rassismus oder das Klima, über das Virus oder den politischen Auftrag der Kunst, sofort hysterisch zu einem Entweder-oder stilisiert, das keine Zwischentöne mehr kennen darf?

Konrad Paul Liessmann ist Professor in Wien.

Konrad Paul Liessmann ist Professor in Wien.

Nahezu alles, was das Leben und Denken der Menschen heute zu bestimmen scheint, wirkt übertrieben. Das trifft die Hoffnungen und Erwartungen ebenso wie die Ängste und Befürchtungen. Nach Corona, so lasen wir vor noch nicht allzu langer Zeit, wird alles anders werden. Oder nichts wird mehr so sein wie zuvor. Unter diesen apodiktischen Urteilen machen wir es nicht mehr. Die Polizei, so hören wir, ist rassistisch unterwandert und systemisch so verdorben, dass man sie am besten auf der Müllhalde entsorgt; der bescheidene Hinweis, dass man aus Einzelfällen nicht vorschnell verallgemeinernde Schlüsse ziehen sollte, gilt bereits als Kollaboration mit dem Feind. Wer differenziert, abwägt, nach Angemessenheit strebt, gilt als Verharmloser, Verräter oder Vertreter des Bösen in der Gesellschaft.



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