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Hertha BSC deklassiert Union im Berliner Derby – auch dank einem früheren Profi des FC Sion


Hertha BSC revanchiert sich für die bittere Hinrunden-Niederlage beim Stadtrivalen Union Berlin. Ohne Kulisse fehlt dem Hauptstadt-Duell lange die Fussballklasse. Innerhalb von zehn Minuten macht Hertha dann den höchsten Sieg im Stadtderby perfekt.

Einst im FC Sion engagiert: Herthas Torschütze zum 3:0, Matheus Cunha (Mitte).

Einst im FC Sion engagiert: Herthas Torschütze zum 3:0, Matheus Cunha (Mitte). 

Stuart Franklin / Reuters

(dpa) Diesmal jubelte Vedad Ibisevic ganz vorbildlich. Mit seinem zweiten Tor im zweiten Spiel unter dem Trainer Bruno Labbadia hat der Sturm-Routinier Hertha BSC zum hochverdienten 4:0 (0:0)-Sieg im Berliner Geister-Derby gegen den 1. FC Union mit dem Schweizer Trainer Urs Fischer geführt. Nur eine Minute nach seinem Führungstor leitete Ibisevic am Freitagabend im praktisch leeren Olympiastadion auch den Treffer von Dodi Lukebakio (52. Minute) ein und hatte somit massgeblichen Anteil an der gelungenen Wiedergutmachung für die schmerzhafte 0:1-Niederlage gegen den Stadtrivalen im November im Hinrundenspiel im Stadion An der Alten Försterei.

Der 2017/18 während einer Saison in Sitten engagierte Brasilianer Matheus Cunha (61.) und Dedryck Boyata (77.) sorgten für den Endstand beim höchsten Derbysieg der Hertha und dem ersten im heimischen Olympiastadion überhaupt. Bei allen Treffern hielten die Profis im Gegensatz zum vorangegangenen 3:0 in Hoffenheim diesmal auch den gebotenen Corona-Abstand beim Torjubel ein. Ibisevic machte per Handzeichen extra darauf aufmerksam.

Die Hertha setzte mit dem zweiten klaren Erfolg den Aufwärtstrend unter Labbadia fort und schob sich zum Auftakt des 27. Spieltags der Fussball-Bundesliga mit 34 Punkten auf den zehnten Platz vor. Der Aufsteiger Union muss hingegen bei weiterhin 30 Zählern den Blick Richtung Abstiegsplätze richten.

Bevor sich die Mannschaften zur an diesem Spieltag in allen Stadien abgehaltenen Schweigeminute für die Opfer der Coronavirus-Pandemie aufstellten, erklang in der fast leeren riesigen Betonschüssel wie gewohnt die Hertha-Hymne «Nur nach Hause» des Schlager-Barden Frank Zander. Die Aufnahme hakte diesmal allerdings bedenklich. Das Knattern und Krächzen aus den Lautsprechern war Sinnbild für eine Anfangsphase mit fussballerischen Hindernissen.

«Energie» müsse seine Mannschaft ins Spiel bringen, hatte Labbadia vor dem Anpfiff gefordert. Der Wille dazu war durchaus erkennbar. Aber wie vom Hertha-Coach prognostiziert, praktizierte Union zunächst auch im Derby-Highlight die den Köpenickern eigene robuste Abwehrhaltung mit ganz wenig Spielraum für den Kontrahenten – später aber nicht mehr.

Der nach seiner Sperre zurückgekehrte Vladimir Darida versuchte, in der Hertha-Zentrale die nötigen Impulse nach vorne zu setzen. Vieles blieb aber zunächst Stückwerk. So lief Lukebakio (20.) völlig unbedrängt mit dem Ball ins Seitenaus.

Kurz zuvor war der Belgier bei einer der wenigen vielversprechenden Aktionen mit einem Flachschuss am Union-Torhüter Rafal Gikiewicz gescheitert. Der Pole stand auch bei einem feinen Hackentrick von Cunha (27.) nach der sehenswertesten Hertha-Kombination über Ibisevic und Lukebakio genau richtig. Die einzige gefährliche Toraktion der Eisernen war ein Freistoss von Robert Andrich (44.) kurz vor der Halbzeitpause knapp über das Tor.

Nach dem Seitenwechsel reichten der Hertha zehn Minuten grosser Schwung, um dem Rivalen die Grenzen aufzuzeigen. Ibisevic köpfte nach Flanke von Marvin Plattenhardt unbedrängt ein. Sekunden später schickte Ibisevic Lukebakio frei Richtung Tor. Cunha hatte seinen Treffer mit einem feinen Dribbling selbst eingeleitet. Boyata sorgte für den Schlusspunkt – im Hinspiel hatte er noch den letztlich entscheidenden Penalty für Union verursacht.



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