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Schnee in Rekordmenge in Norwegen: unverhoffte Sommerski-Saison


Das Coronavirus hat den skibegeisterten Norwegern die Frühjahrssaison vermiest. Doch dank Petrus lässt sich das Schneesport-Vergnügen nun im Sommer nachholen – umso mehr, als Strandferien im Ausland dieses Jahr wohl kein Thema sind. 

In einigen Teilen Norwegens liegen derzeit mehrere Meter Schnee. Hier ein Bild aus dem Vikafjell im Süden des Landes.

In einigen Teilen Norwegens liegen derzeit mehrere Meter Schnee. Hier ein Bild aus dem Vikafjell im Süden des Landes.

Marit Hommedal / Scanpix

Gross war der Frust gewesen im März, als die Regierung in Norwegen wegen der Coronavirus-Bedrohung die Skigebiete just in dem Moment schliessen liess, als die beliebte Frühjahrssaison gerade richtig in Schwung zu kommen schien. Doch inzwischen ist das Gröbste in der Corona-Krise überstanden, und das öffentliche Leben ist zurück auf dem Weg zur Normalisierung, und siehe da, auch Petrus zeigt mit den Skifahrern Erbarmen. So bescherte er den mittleren und höheren Lagen in den Bergen an der Westküste in letzter Zeit solche Mengen an Neuschnee, dass die Ski-Enthusiasten eine Saison, die sie bereits abgeschrieben hatten, wieder aufnehmen können. 

Zuerst das Virus – und jetzt Lawinen

In Stryn allerdings, einem der beliebtesten Sommerskigebiete, müssen sich Schneesportler weiterhin gedulden. Nur ist jetzt nicht mehr das Virus schuld, sondern paradoxerweise der Schnee. Denn dieser ist derart reichlich gefallen, dass in den Bergen am östlichen Ende des Nordfjords im Moment noch grosse Lawinengefahr herrscht. Ausserdem, sagte Nina Lensebakken, die Betriebsleiterin des Skigebiets, müsse man zuerst die Sesselliftstation aus dem Schnee ausgraben. Und dann sei es auch noch so, dass die Zufahrt auf der alten Passstrasse über das Strynefjell noch nicht fertig geräumt sei.

Doch Ende Mai soll der Spass losgehen. Und dann so lange dauern wie noch kaum je. Es werde eine Bombensaison, prognostizierte Lensebakken gegenüber dem norwegischen Fernsehen. Ähnlich optimistisch gibt man sich bei den Skigebieten Folgefonna und Juvass, wo die Lifte bereits laufen und man mit dem Betrieb bis weit in den September rechnet. Und der Zulauf könnte grösser sein als in anderen Jahren, denn Strandferien im Ausland sind wegen anhaltender Reisebeschränkungen und fehlender Flugverbindungen dieses Jahr wohl ausser Reichweite für die Norweger.

Aus alpenländischer Sicht mag man sich wundern, dass Sommerskifahren in Norwegen, dessen höchster Berg Galdhöppigen mit 2469 Metern sogar von einem Voralpengipfel wie dem Säntis überragt wird, überhaupt ein Thema ist. Zumal die Skigebiete in relativ geringer Höhe liegen, im Fall von Stryn beispielsweise zwischen 1000 und 1600 Metern über Meer. Doch die nackten Zahlen trügen; dank der nördlichen Lage sehen die norwegischen Alpen aus wie stattliche Dreitausender, und Gletscherzungen reichen bisweilen fast bis an die Fjorde hinunter. 

Schwünge unter der Mitternachtssonne

Wer allerdings den ultimativen Schneesport-Kick sucht, geht noch ein bisschen weiter nach Norden. Zwischen der norwegischen Hafenstadt Narvik und Kiruna in Schwedisch-Lappland befindet sich genau auf der Grenze zwischen den beiden Ländern das Skiresort Riksgränsen. Dessen Bergstation liegt zwar nur unwesentlich höher als der Üetliberg, doch ist man hier weit nördlich des Polarkreises. Auch Riksgränsen ist heuer mit reichlich Schnee gesegnet; derzeit sind es laut dem Wetterdienst mehr als fünf Meter. Da sollte also etwas von der weissen Herrlichkeit übrig bleiben bis zum Mittsommer-Wochenende, wenn es nicht mehr Nacht wird und man sich hier dann das exklusive Vergnügen gönnen kann, seine Schwünge unter der Mitternachtssonne in den Hang zu ziehen.



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