fbpx

Warum uns Abstand halten so schwerfällt



Auch Vorbildwirkung ist ein entscheidender Faktor, das gehe aus den Daten hervor: „Wenn sich Regierungsmitglieder nicht an Maßnahmen halten, übernehmen andere dieses Verhalten“, sagt Quinz. Stichwort: Kleinwalsertal.

Vorbilder haben starken Einfluss auf das Verhalten, nicht nur politische. Auch die Peergroup, wie das im Fachjargon heißt: Wenn sich in einer Gruppe von fünf Menschen vier nicht an die Abstandsregeln halten, wird es schwierig für die fünfte Person in der Gruppe, genau das zu tun. „Man orientiert sich am Verhalten anderer“, sagt Quinz.

Wenn sich die Auslegung der Regeln nachträglich (häufig) ändert, stellt man sich mitunter die Frage nach der Sinnhaftigkeit derselben.

Dass die Polizei zuerst saftige Strafen verhängt hatte – bis zu 500 Euro für die Nicht-Einhaltung des Mindestabstands –, die wenige Wochen später jedoch aufgehoben wurden, trägt nicht unbedingt zur Klarheit bei. Auch nicht, dass das Gesundheitsministerium auf seiner Website suggerierte, dass Besuche bei Freunden oder Familie untersagt seien – was schließlich zu einer Klarstellung geführt hat.

Wenn die Regeln einmal so und dann doch wieder anders sind, woher sollen die Menschen wissen, welches Verhalten richtig ist?

Die Polizei fährt übrigens noch Streife am Donaukanal. Auch Strafen wurden verhängt. Ob der Donaukanal ein Ausreißer in der Statistik ist, vielleicht ein Hotspot, lässt sich aber nicht sagen. Die Polizei analysiert die verhängten Strafen nicht nach Örtlichkeiten.

Nach wie vor appelliert sie an die Vernunft der Menschen – und zeigt Verständnis: „Es ist schön, es ist warm, die Leute waren lange drinnen. Wir schreiten ein und klären auf“, sagt ein Sprecher.

Wenngleich: Das mit der Eigenverantwortung müssen die Menschen erst verinnerlichen. Im Lockdown konnten sie nicht zeigen, ob sie dazu fähig sind. Die strikten Regelungen haben lange funktioniert.



Source link

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *